Kind Of Blue

John Coltrane
(1926 - 1967)

Albumbeispiel

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
1958 Miles
'Round About Midnight
Circle In The Round
Cookin‘
Kind Of Blue
Miles & Coltrane
Miles Davis & John Coltrane: 
The Complete Columbia Recordings 1955 - 1961

Relaxin‘
Steamin‘
Workin‘

John Coltrane wurde am 23. September 1926 geboren. Er spielte das Tenor-Sax in unerreichter Geschwindigkeit und Präzision und die Fähigkeit, seine tiefe Spiritualität durch die Musik zu vermitteln, war vielleicht seine bemerkenswerteste Leistung.
Nachdem er in Bigbands und der Combo von Dizzy Gillespie gespielt hatte (wo er vom Alt-Sax zum Tenor-Sax wechselte), trat er 1955 im Alter von 28 Jahren dem ersten großen Quintett von Miles Davis bei.
In der Davis Gruppe katapultierten "Trane´s" quälender Ton und seine rhythmisch komplexen Solis ihn an die Spitze des Jazz. Natürlich hatte er auch Kritiker, die beunruhigt waren über die Komplexität seines Stils und sein Bestreben, immer an seine eigenen, rasch schwindenden Grenzen zu stoßen.
1957 unterstützte seine Zusammenarbeit mit Thelonious Monk seine musikalische Entwicklung. Als er in Miles Gruppe zurückkehrte, tauchte Coltrane bei seinen Solis in Moden und Skalen ein, die er statt Standard Akkord-Sequenzen einsetzte.
Coltrane gründete sein eigenes Quartett 1960, mit dem Pianisten McCoy Tyner, dem Drummer Elvin Jones und dem Bassisten Jimmy Garrison. Es wurde eine der fruchtbarsten Gruppen in der Jazzgeschichte, besonders erwähnenswert bezüglich ihrer außergewöhnlichen Energie und Ausdauer. Im selben Jahr begann Coltrane Sopran-Sax zu spielen, das ein Geschenk von Miles war.
Während seines ganzen Lebens war Coltrane ein Suchender, und 1965 hatte er sein rhythmisches und strukturelles Vokabular immer noch weiter entwickelt. In seiner letzten Phase war sein Sound eine gewaltige Umwälzung; jetzt enthielt seine Musik auch einen hoffnungsvollen lyrischen Charakter. Aber Coltrane´s Suche endete im Alter von 40 Jahren. Er starb an Leberkrebs am 17. July 1967.


Julian "Cannonball "Adderley
(1928 - 1975)

Albumbeispiel

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
1958 Miles
Cannonball Adderley - Meets Miles Davis
Circle In The Round
Jazz At The Plaza Vol. 1
Kind Of Blue
Miles Davis & John Coltrane: 
The Complete Columbia Recordings 1955 - 1961

Miles Davis & Thelonious Monk Live At Newport 1958
Milestones
Porgy And Bess
Somethin‘ Else

Der Auftritt von Julian "Cannonball" Adderley in der Jazzszene war zeitgleich mit dem Tod von Charlie Parker im Jahre 1955. Er wurde begeistert als "der neue Bird" gehandelt. Glücklicherweise war Adderley imstande, sich von der Hysterie zu distanzieren und entwickelte sich zum einflussreichsten Alt-Saxophonspieler nach Bird. 
Geboren am 15. September 1928 in Florida, wurde Adderley in der Highschool Band Direktor und traf im Sommer 1955 im Café Bohemia in New York Oscar Pettiford. Kurze Zeit später unterzeichnete er einen Vertrag bei EmArcy Records und eroberte die Jazzwelt im Sturm. Er gründete eine Combo mit seinem Bruder Nat am Kornett, unterbrach diese Verbindung jedoch im Frühjahr 1958, um bei Miles einzusteigen. Während seiner fast zweijährigen Zusammenarbeit mit Davis unterzog sich Adderley´s Stil einem Wechsel, reflektierend dem Einfluss von Miles und Coltrane.
In den 60ern hatte seine eigene Gruppe, die mittlerweile um den Pianisten Bobby Timmons erweitert war, einen Hit mit dem Stück "Dis Here". Während seiner Riverside Records Jahre 1959-1963 spielte das Adderley Quintett hauptsächlich Soul geprägte Stücke des Hard-Bop. Von 1962-1963, ergänzte Yusef Lateef die Gruppe zum Sextett und Pianist Joe Zawinul wurde ein wichtiges neues Mitglied. Für ein Jahr nahm Charles Lloyd den Platz von Lateef's ein und nach dessen Abgang blieb die Band ein Quintett. Zawinul´s Komposition "Mercy, Mercy, Mercy" von 1966 war ein großer Hit für die Gruppe und erweckte Adderley´s Interesse am Electric-Jazz.
Während der Tournee durch Indiana, im Juli 1975 erlitt er einen schweren Schlaganfall, an dessen Folgen er am 8. August im Alter von 47 Jahren starb.


Bill Evans
(1929 - 1980)

Albumbeispiel

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
1958 Miles
Blue Christmas
Cannonball Aderley - Meets Miles Davis
Circle In The Round
Compact Jazz
Greatest Hits
Jazz At The Plaza Vol. 1
Kind Of Blue
Michel Legrand: Legrand Jazz
Miles Davis & John Coltrane: 
The Complete Columbia Recordings 1955 - 1961

Geboren in Plainfield, New Jersey am 16. August 1929, begann Evans in New York nach seiner Armeezeit 1955 seine Arbeit mit Tony Scott und George Russell. Fast augenblicklich machten seine durchdachten Solos und sein zarter Anschlag einen starken Eindruck in der New Yorker Jazz Szene. 
1958 kam er zu Miles und neben Coltrane und Cannonball wurde er zu einer zentralen Figur in der Phase Davis´ beim übergang zu modaler Improvisation. 
Nachdem er Ende des Jahres Miles verließ, gründete er sein eigenes Trio mit Scott LaFaro und Paul Motian. Im Bill Evans Trio, trugen alle Instrumente melodische Verantwortung und waren gleichberechtigt.
Die Gruppe nahm vier Alben auf, bis LaFaro´s tragischer Tod 1961 das Trio abrupt beendete.
 
Pianist Bill Evan´s hatte einen der charakteristischsteten Anschläge im Jazz, mit akribisch genau analysierten Akkorden, die er nach inneren Resonanzen erforschte und neu ordnete. Seine lyrischen Improvisationen vergeistigten den Sound auf Miles` Album "Kind Of Blue" und seine eigenen Trio Sessions. Zusammen mit McCoy Tyner, war er der einflussreichste Pianist des Jazz in den 60er und 70er Jahren. Er starb 1980 und hinterließ eine Leere in der Jazzwelt.


Jimmy Cobb

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
'58 Sessions Featuring Stella By Starlight
All Blues
At Carnegie Hall
Circle In The Round
En Concert Avec Europe Olympia 1960
Kind Of Blue
Live In Zürich 1960
Miles Davis In Stockholm 1960 Complete
On Green Dolphin Street
Someday My Prince Will Come

Wilbur James Cobb wurde am 20. Januar 1929 in Washington D.C. geboren. Nach der Highschool arbeitete er dort mit Charlie Rouse, Frank Wess und Billie Holiday. 1951 ging er mit Earl Bostic für ein Jahr auf Tournee, trat bei Dinah Washington bei und siedelte nach fünf Jahren nach New York. Im Januar 1957, spielte er in Cannonball Adderley´s Gruppe für das laufende Jahr und arbeitete auch mit Stan Getz und Dizzy Gillespie zusammen. Es war ein Vorschlag Cannonball´s, dass Cobb bei Miles im Sommer '58 einstieg und er blieb bei dem Trompeter bis 1963. Jimmy Cobb spielte auf verschiedenen Evans/Davis Sessions und auch auf dem Super-Album "Kind of Blue"
Cobb Spiel war melodisch perkussiv, und er ließ sich nie auf überlange, abschweifende Solis ein. Er war bekannt dafür, dass er dem Beat immer ein klein wenig voraus war. 
Nach seiner Zeit mit Miles, spielte er mit Bassist Paul Chambers und Pianist Wynton Kelly, und machte Aufnahmen mit Wes Montgomery, Kenny Burrell und J.J. Johnson. Cobb arbeitete auch mit Sarah Vaughan während der 70er, außerdem mit Richie Cole, Sonny Stitt, Nat Adderley und Ricky Ford. 
Cobbs verbliebene Aktivitäten konzentrierten sich auf seine Band Cobb´s Mobb. Ihr größter Hit bei Fable Records war "Only for the Pure At Heart".


Wynton Kelly
(1931 - 1971)

Albumbeispiel

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
All Blues
At Carnegie Hall
Ballads
Circle In The Round
En Concert Avec Europe Olympia 1960
Kind Of Blue
Live In Zürich 1960
Miles Ahead
Miles Davis In Stockholm 1960 Complete
On Green Dolphin Street

Pianist Wynton Kelly wurde am 2. Dezember 1931 in Jamaika geboren, wuchs aber in Brooklyn auf. Im Alter von 15 Jahren tourte er mit der Ray Abrams Combo, danach arbeitete er mit R&B Gruppen, bei Hal "Cornbread" Singer und Eddie "Lockjaw" Davis und war danach Begleiter für Dinah Washington. 
Kelly machte als Jazzsolist auf sich aufmerksam, als er mit Lester Young und Dizzy Gillespie, in dessen Quintett und Bigband spielte. Nachdem er Dizzy verlassen hatte, um sein eigenes Trio zu gründen, trat er 1959 Miles Davis Band bei und blieb bei ihm bis 1963. Er spielte auf so denkwürdige Alben wie "Kind of Blue", "At The Blackhawk" und "Someday My Prince Will Come"
Kelly hatte eine lyrische Einfachheit und einen unkomplizierten Anschlag, der Herbie Hancock beeinflusste. Miles schrieb in seiner Autobiografie, dass sie mit Wynton Kelly am Piano eine Kombination aus Red Garland und Bill Evans hätten und ihnen so alle Wege offen ständen. 
Mit der Rhythmusgruppe der Davis-Band, Bassist Paul Chambers und Drummer Jimmy Cobb, arbeitete er dann als Trio, und mit der Begleitung von Wes Montgomery machten sie ihre eigenen Aufnahmen. 
Kelly starb am 12. April 1971 an den Folgen eines epileptischen Anfalls im Alter von 40 Jahren und sein Tod nahm dem Jazz einen der erfindungsreichsten und hart arbeitenden Figuren.


Paul Chambers
(1935-1969)

Albumbeispiel

Einige Miles CDs, auf denen er zu hören ist:
'58 Sessions Featuring Stella By Starlight
At Carnegie Hall
Ballads
Circle In The Round
Compact Jazz
En Concert Avec Europe Olympia 1960
Jazz At The Plaza Vol. 1
Kind Of Blue
Miles Ahead
Miles Davis In Stockholm 1960 Complete

Paul Laurence Dunbar Chambers, Jr. wurde in Pittsburgh geboren und begann den Doppel-Bass im Alter von 13 Jahren zu spielen. Nachdem seine Mutter gestorben war, zog er zu seinem Vater nach Detroit, und studierte 1952 mit einem Bassisten vom Detroit Symphony Orchestra. Zur gleichen Zeit wuchs sein Interesse am Bebop. Entschlossen, ein Bassist zu werden, erweiterte er seine musikalischen Studien mit den Pianisten Hugh Lawson und Barry Harris und unternahm dann musikalische Lehrjahre in Detroit´s florierender Clubszene. 1955 tourte er mit dem Tenorsaxophonisten Paul "Vice Pres" Quinchette, reiste nach New York und trat einer Gruppe bei mit den Musikern J.J. Johnson und Kai Winding. Jackie McLean machte Miles auf Chambers aufmerksam, der den jungen Bassisten auf der Stelle in sein neues Quintett einstellte. Die Rhythmussektion aus Red Garland, Philly Joe Jones und Paul Chambers war eine straffe Swing-Einheit. Mit Chambers` weichem Anschlag und langanhaltender Bassläufe sorgte er für ein solides Fundament in der Gruppe.
Paul Chambers erlebte in den 8 Jahren mit Miles verschiedene personelle Wechsel bis 1963, dann formierte er ein Trio mit Rhythmussektionskollegen Wynton Kelly und Jimmy Cobb. Er trat in den Brennpunkt des nationalen Interesses und gewann im folgendem Jahr den "New Star Award" des Down Beat Magazins . Chambers erschien auch als Gastmusiker in hundeten von einflussreichen Jazzaufnahmen, wie die wichtigen Debut Alben von John Coltrane und Cannonball Adderley.  Er starb 1969.